Nach dem Elbe – Hochwasser im August 2002 und dem aus ihm resultierenden Abriss des „Deutschen Hauses“ drängte die Stadt Königstein auf einen baldigen Wiederaufbau.
Das Haus ist städtebaulich von zentraler Bedeutung, da es nicht nur den Reißiger Platz auf seiner Südseite abschließt, sondern sich auch durch die zentrale Lage als besonderer Anziehungspunkt für Touristen anbietet.
Der Neubau des „Deutschen Hauses“ soll sich sowohl an Art und Maß der Umgebungsbebauung orientieren, als auch zeitgemäß gestaltet sein. Der Baukörper soll seine frühere Besonderheit und Eigenständigkeit bewahren, muss sich aber im Sinne eines sensiblen „Weiterbauens“ in das historische Umfeld einfügen. Dazu sind die Respektierung der städtebaulich wirksamen Baumasse und der Traufständigkeit, die Neuausbildung einer Lochfassade, die Einhaltung der Geschossigkeit, der Bezug zu den am Ort vorkommenden Proportionen sowie das Bekenntnis zu einem stadträumlich wirksamen Dach erforderlich.
Der durch unser Büro erarbeitete Entwurf orientiert sich an den Proportionen des abgerissenen Altbaus. Auch die bisherige Wohnnutzung in den oberen Etagen wurde in die Neuplanung aufgenommen.
Das Erdgeschoss wurde dagegen flexibel gestaltet, und kann so Läden und Kleingastronomie aufnehmen. Um der neuen Rolle des Hauses als zentraler, touristisch bedeutender Bau gerecht zu werden, wurde die Fassade vor allem im Erdgeschoss neu gestaltet. Das Haus ist offener und einladender, vor allem in der Ausbildung der elbseitigen Fassade, die am Altbau kaum Bedeutung hatte, dementsprechend gestaltet war und weitestgehend vom Saalanbau verdeckt war.
Die Fenster wurden geordnet und vergrößert. Durch die stehenden Formate wirkt die Architektur städtischer und selbstbewußter. Aus dem gleichen Grund entschieden wir uns für stehende Gaupen, statt der vorher vorhandenen Schleppgaupen. Das Dach wird besser belichtet und kann somit als Wohngeschoss ausgebaut werden.
Der erbrachte Entwurf entspricht den Vorstellungen der Stadt Königstein, des LA f. Denkmalpflege und der Bauherrin.
Nach Bewilligung der Fördergelder wurde mit dem Bau begonnen. Die Bauarbeiten werden durch unser Büro nicht überwacht - und leider müssen wir feststellen, dass dabei von unserem Entwurf abgewichen wird.
| Auftraggeber: | Privat |
| Leistungen: | Entwurfs- und Genehmigungsplanung |
| Auftragsvolumen: | 1.000.000 Euro |
| Zeitraum: | 2003 - 2005 |